Niacinamid in Deiner Hautpflege – ein neuer Wunderwirkstoff?

Niacinamid in Deiner Hautpflege, ist ein Wirkstoff, den du auf jeden Fall in deiner Hautpflege-Routine integrieren solltest. Wir erklären dir warum.

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Was ist Niacinamid?

Niacinamid, auch Nicotinamid genannt, ist die aktive Form von Niacin (auch bekannt als Vitamin B3 oder Nicotinsäure). Wir behaupten: Niacinamid ist der Wunderwirkstoff in der Hautpflege!

Als wasserlösliches Vitamin löst es sich nicht in Öl auf, so dass du es typischerweise in wasserbasierten Seren finden wirst. Es ist daher perfekt für Menschen, deren Haut Öle und fettige Produkte nicht gut vertragen.

Es ist auch einer der stabileren Wirkstoffe in der Hautpflege. Im Gegensatz zu Alpha– und Beta-Hydroxysäuren, L-Ascorbinsäure (Vitamin C) und Retinoiden ist es daher nicht sauer und nicht reizend.

Wie wirkt Niacinamid?

Der Wunderwirkstoff Niacinamid in der Hautpflege erhöht die Energieproduktion in unseren Hautzellen.

In unserem Körper entsteht Niacinamid, wenn wir Lebensmittel mit hohem Niacingehalt (wie Leber oder Pilze) essen. Wir wandeln das Niacin in aktives Niacinamid um, das wiederum als Vorläufer der Coenzyme NADH und NADPH dient.

Diese Coenzyme regen den Zellstoffwechsel an, d.h. sie geben unseren Hautzellen die Energie, ihre Funktionen zu erfüllen. Tatsächlich sind sie an mehr als 40 biochemischen Prozessen beteiligt, darunter so wichtige Aufgaben wie DNA-Reparatur und Zellumsatz.

Da Niacinamid leicht in die Haut eindringt, ist das bloße Auftragen des Wirkstoffs ausreichend, um eine Wirkung zu erzielen.

Was den Wirkungsmechanismus betrifft, so hat Niacinamid unter anderem die folgenden Eigenschaften:

  • Entzündungshemmend
  • Antimikrobiell
  • Sebostatisch (sebumreduzierend)
  • Antipruriginös (beruhigend)
  • Hautaufhellung

Niacinamid ist ein Allround Talent [Foto: beautyself.de]

Niacinamid bekämpft freie Radikale

Es wurde festgestellt, dass Niacinamid vor freien Radikalen schützt und oxidativen Stress verhindert. Laut dem Journal of Clinical Aesthetic Dermatology erhöht es „die antioxidative Kapazität der Haut nach topischer Anwendung“.

Das bedeutet, dass du es anstelle eines antioxidativen Serums auf Vitamin C-Basis verwenden kannst.

Niacinamid hilft gegen Pigmentflecken

Niacinamid hat sich als eine ausgezeichnete Behandlung bei Pigmentierung, Altersflecken und Melasmen erwiesen. In verschiedenen Studien konnte herausgefunden werden, dass bereits eine Konzentration von 2% einen signifikanten Rückgang von Hyperpigmentierung nach vier wöchiger Anwendung zur Folge hat.

Niacinamid wirkt gegen Falten

Niacinamid verbessert deutlich feine Linien und Falten. Einige Forscher nehmen an, dass Niacinamid dies tut, indem es die Kollagenproduktion in der Dermis erhöht. Aber es hilft auch, das Kollagen zu normalisieren, es geschmeidig und flexibel zu halten! Laut Dermatology Times hemmt es die Protein-Glykierung und reduziert effektiv die Ablagerung von vernetzten Kollagen– und Elastinmolekülen in der Haut. Vernetzte Kollagen- und Elastinmoleküle sind steif und starr, was zu einer Veränderung der viskoelastischen Eigenschaften der Haut führt.

Niacinamid hilft gegen Akne

Mit seinen antimikrobiellen und entzündungshemmenden Eigenschaften ist Niacinamid in Deiner Hautpflege ein guter Wirkstoff für Akne-Geplagte.

Für mittelschwere Akne fand eine Studie heraus, dass vier Prozent Niacinamid vergleichbare Ergebnisse zu einem Prozent Clindamycin, einem topischen Antibiotikum, liefert. Und es besteht nicht das Risiko einer Bakterienresistenz.

Bonus: Es ist auch viel sanfter auf der Haut als Säuren, Retinoide und Benzoylperoxid!

Niacinamid hilft gegen fettige Haut

Vielleicht hast du keine Akne, aber kämpfst mit fettiger Haut. Nun, Niacinamid kann auch dabei helfen. Eine Studie ergab, dass nur zwei Prozent den Sebumspiegel und die Rate der Sebumausscheidung senken können. Dies unterscheidet sich von den meisten topischen Behandlungen für fettige Haut, die nur versuchen, den überschüssigen Talg aufzunehmen. Niacinamid kann die Freisetzung verlangsamen, wobei Veränderungen nach zwei bis vier Wochen erkennbar sind.

Niacinamid hilft gegen große Poren und glättet das Hautbild

Du hast wahrscheinlich gehört, dass du deine Poren nicht verkleinern kannst. Mit Niacinamid ist das laut einiger Studien doch möglich!

Dermatology Times sagt: „Klinisch gesehen reduziert es die Porengröße und verbessert das Hautbild.“

Eine 12-wöchige Studie, die in Cosmeceuticals and Cosmetic Practice zitiert wurde, ergab, dass Niacinamid und Salicylsäure die Porengröße und das unebene Hautbild deutlich reduzieren können. Dies geschieht aufgrund der Fähigkeit von Niacinamid, die Talgproduktion zu reduzieren. Poren sehen immer größer aus, wenn sie mit Talg und abgestorbener Haut eingeschlossen sind. Mit weniger Öl sind sie also eher zusammengezogen. Und mit kleineren Poren wirkt die Hautstruktur weicher und glatter.

Niacinamid in Deiner Hautpflege reduziert Hautrötungen

Wenn du zu Rötungen neigst, ist Niacinamid einer der besten Inhaltsstoffe, die du anwenden kannst. Denn es wurde bestätigt, dass bereits eine Konzentration von 5% ausreichen, um eine gerötete und fleckige Haut signifikant zu verbesser. Zudem wurde festgestellt, dass es ebenfalls bei Rosacea helfen kann.

Die Theorie ist, dass Niacinamid die Funktion der Hautbarriere verbessert, was weniger Reizungen und Rötungen bedeutet.

Niacinamid stärkt die Hautbarriere

Wenn du gemerkt hast, dass du auf Produkte sehr empfindlich reagierst (z.B. brennt deine Haut nach dem Auftragen von Kosmetika), ist es möglich, dass deine Hautbarriere beschädigt ist. Diese Intoleranz kann beispielsweise durch harsche Produkte, wie z.B. verschreibungspflichtige Retinoide, ausgelöst werden.

Um die Barrierefunktion wiederherzustellen, kann Niacinamid in Deiner Hautpflege verwendet werden. Es reduziert den transepidermalen Wasserverlust und erhöht den Feuchtigkeitsgehalt, was zu einer dickeren und stärkeren Barriere führt. Laut dem Journal of Cosmetic Dermatology ist Niacinamid eine geeignete Komponente in Kosmetikprodukten zur Verwendung bei Störungen der epidermalen Barrierefunktion.

Niacinamid in Deiner Hautpflege spendet Feuchtigkeit und hilft gegen trockene Haut

Eine weitere Möglichkeit, Niacinamid den Wunderwirkstoff in der Hautpflege zu verwenden, ist die Behandlung trockener Haut. Es konnte nämlich herausgefunden werden, dass es den Wasserverlust der Haut signifikant verringert und die Feuchtigkeitszufuhr in der äußeren Hautschicht erhöht.

Niacinamid schützt vor UV-Schäden

Als Ergänzung zum Sonnenschutz sollte Niacinamid in Deiner Hautpflege in Betracht kommen, wenn du viel Zeit in der Sonne verbringst. Untersuchungen haben gezeigt, dass es einige lichtschützende Eigenschaften hat.
Es konnte nämlich belegt werden, dass Niacinamid bei der DNA-Reparatur nach UV-Schäden hilft.

Hat Niacinamid Nebenwirkungen?

Niacinamid in Deiner Hautpflege hat praktisch keine Nebenwirkungen! Laut Cosmeceuticals and Cosmetic Practice kann es „topisch in hohen Dosen (mindestens bis zu fünf Prozent) angewendet werden und ist generell gut verträglich“.

Es ist also einer der sichersten Wirkstoffe und wäre eine gute Alternative zu Retinoiden oder Säuren während der Schwangerschaft oder Stillzeit.

Wenn du doch Reizungen durch ein Niacinamidprodukt feststellen solltest, ist es wahrscheinlich, dass eines der Konservierungsmittel im Produkt diese verursacht.

In seltenen Fällen können hohe Dosen bei empfindlicher Haut zu Reizungen wie Rötungen führen. Wenn dies der Fall ist, versuchen stattdessen eine niedrigere Konzentration in deine Hautpflege zu integrieren.

Finde hier Deine passende Hautpflegeroutine für jeden Hauttyp

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Sophie Kulinski

Sophie Kulinski ist medizinische Kosmetologin und leitet seit 2006 ihr eigenes Kosmetikstudio in Bochum. Ihr Spezialgebiet ist die Korneotherapie, die Kosmetik und Dermatologie auf wissenschaftlicher Grundlage miteinander verbindet. Sophie ist seit Beginn ein fester Bestandteil von Beautyself und bereichert das Team mit ihrem fachspezifischen Wissen.

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