Die Wahrheit über Selbstbräuner: So altert deine Haut

In dem Artikel erfährst du, warum du lieber auf Selbstbräuner verzichten solltest und dazu zeigen wir dir die passenden Alternativen.

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Wir alle wissen, dass die Sonne der größte Feind unserer Haut ist. Und das obwohl wir sie so sehr lieben, da sie uns mit einem goldenen Teint erfreut. Wie können wir diesen goldenen „Glow“, vor allem in den kälteren Jahreszeiten beibehalten ohne damit unsere Haut zu schaden? Wahrscheinlich denkst du, mit einem tollen Selbstbräuner. Nur sind Selbstbräuner leider nicht ganz so sicher wie du denkst.

Es steht zwar außer Frage, dass eine künstliche Bräune hautfreundlicher ist als in der prallen Sonne zu liegen oder auf der Sonnenbank. Jedoch wirst du überrascht sein, dass selbst ein Selbstbräuner Nachteile hat und dass er auch Alterungseffekte haben kann. 

Wie funktionieren Selbstbräuner?

Lass uns erstmal über den Mechanismus sprechen, der hinter den Selbstbräunern steht. Der Wirkstoff in allen Selbstbräunern ist Dihydroxyaceton (auch bekannt als DHA). Dihydroxyaceton ist ein einfaches Kohlenhydrat, das entweder chemisch oder aus natürlichen Quellen wie Rüben und Rohrzucker gewonnen werden kann. Wenn du ein DHA-haltiges Produkt benutzt, reagiert es mit den Aminosäuren in der obersten Schicht deiner Haut. Dabei entstehen Pigmente, sogenannte Melanoidine, die braun erscheinen, weil sie bestimmte Wellenlängen des Lichts absorbieren. Dieser Vorgang wird als „Maillard-Reaktion“ bezeichnet. Sie beginnt innerhalb von zwei bis vier Stunden nach dem Auftragen des Selbstbräuners und dauert bis zu 72 Stunden. Während dieser Zeit riecht es aufgrund der chemischen Reaktion nach dem altbekannten „Selbsträunergeruch“. Auch wenn du es bei einigen Produkten nicht wahrnimmst, riechen alle DHA-Produkte gleich. Viele Hersteller versuchen diesen Geruch nur mit verschiedenen Düften zu überdecken. Die resultierende Bräune kann bis zu 10 Tage anhalten, wird jedoch innerhalb von drei bis sieben Tagen nachlassen, da so auf natürliche Weise abgestorbene Hautzellen beseitigt werden.

Sind Selbstbräuner sicher?

Wie du vielleicht schon erraten hast, ist das Problem an den ganzen Selbstbräunern das DHA. Die bereits erwähnte „Maillard-Reaktion“, die bei der Verwendung von DHA auf der Haut stattfindet, findet in derselben Weise statt, wenn du Zucker karamellisiert oder Fleisch grillst. Obwohl du der Sonne aus dem Weg gehst, wird deine Haut auf chemischer Weise „geröstet“. Beängstigend oder? 

Folgendes passiert:

Oxidativer Stress

Die „Maillard-Reaktion“ von Selbstbräunern erzeugt freie Radikale, die zu oxidativem Stress führen. Freie Radikale sind hochreaktive chemische Nebenprodukte, die Zellstrukturen angreifen und Kollagen- und Elastinfasern abbauen. Diese können zu vorzeitigem Altern, Falten und schlaffer Haut führen. 

Beschleunigter Sonnenschaden

Der oxidative Stress wird noch schlimmer, wenn du nach dem Auftragen des Selbstbräuners in die Sonne gehst. Denn dadurch wird das DHA durch die UV-Strahlen instabil gemacht. Auf diese Weise werden bei DHA-behandelter Haut bei Sonneneinstrahlung mehr als 180 Prozent zusätzliche Radikale auf unbehandelter Haut erzeugt.

DNA-Schaden

DHA wurde auch mit DNA-Schaden in Verbindung gebracht. Die genotoxische Kapazität von DHA wirft die Frage nach den langfristigen klinischen Folgen der Behandlung der Haut mit diesem häufig verwendeten Wirkstoff auf.

Vitamin D-Mangel

Die regelmäßige Anwendung von Selbstbräunern kann sogar Vitamin D reduzieren. Studien zufolge, können durch DHA erzeugte Melanoidinpigmente die körpereigene Vitamin D-Produktion gehemmt werden.

Reizungen

Selbstbräuner können auch zu Hautreizungen und einer geschwächten Hautbarriere führen. Eine regelmäßige Anwendung von DHA kann schwere Kontaktdermatitis und ein geschädigtes Stratum coneum verursachen. Darüber hinaus enthalten die meisten Selbstbräuner Duftstoffe (um den DHA-Geruch zu überdecken), diese sind auch die häufigste Ursache für Hautempfindlichkeiten.

All das gilt auch für Spray Selbstbräuner. Tatsächlich sind diese sogar riskanter als Lotionen. Wenn nämlich DHA eingeatmet oder in die Schleimhäute gelangt, kann es dein Atmungssystem ernsthaft schädigen und sogar bestimmte Krebsarten fördern. 

DHA-freier Selbstbräuner

etzt fragst du dich bestimmt, gibt es nicht auch DHA-freie Selbstbräuner? Ja, die gibt es. Vielleicht hast du schon einmal von „The Chemistry Brand Glow oil“ oder „Hylamide Glow Radiance Booster“ gelesen, die als sanftere Alternativen zum Selbstbräuner gelten. Nach Angaben der Muttergesellschaft DECIEM enthalten bei einem „gereinigten Keto-Zucker, der mit Aminosäuren der Haut reagiert und innerhalb von zwei bis drei Tagen einen goldenen Farbton erzeugt, ohne die sensorischen Nachteile und möglichen negativen Auswirkungen von DHA.“ Klingt perfekt, oder? Ein genauerer Blick auf die Inhaltsstofflisten zeigt, dass es sich bei dem Wirkstoff in DHA-freien Selbstbräunern um Erythrulose handelt. Und das ist im Wesentlichen dasselbe wie DHA. Erythrulose ist nämlich in der Zusammensetzung ähnlich wie DHA. Erythrulose wird natürlich in Himbeeren gefunden, angewandt braucht es jedoch länger, eine Bräune herzustellen und diese verblasst schneller. Außerdem ist die produzierte Bräune eher rot als braun. Wird Erythrulose allerdings mit DHA kombiniert, hält die Bräune länger an und zaubert einen gesunden und attraktiven Teint. Trotz allem zeigt Erythrulose bei der Produktion von freien Radikalen ähnliche Wirkungen wie bei DHA. DHA-freie Produkte haben also dementsprechend die gleichen Nebenwirkungen wie DHA auf deiner Haut. 

So wird der Selbstbräuner weniger schädlich

Nehmen wir an, du möchtest immer noch einen Selbstbräuner benutzen. Hier haben wir ein paar Tipps, wie du Schäden begrenzen kannst:

Schütze dich vor der Sonne

Da UV-Strahlen DHA-induzierte freie Radikale verstärken, solltest du Sonneneinstrahlung auf jeder DHA-behandelten Haut nach Möglichkeit vermeiden. Andernfalls solltest du zu stark schützenden Sonnenschutzprodukten greifen. 

Verwende Antioxidantien

Die Verwendung von Antioxidantien mit DHA-Produkten kann dazu beitragen, dass Schäden durch freie Radikale minimiert werden. Vitamin C in Form von L-Ascorbinsäure ist das stärkste und bewährteste Antioxidans. 

Antioxidantien einnehmen

Es kann auch hilfreich sein, Antioxidantien wie Vitamin E in Form einer Tablette/Kapsel einzunehmen. 

Verwende es seltener

Hebe dir den Selbstbräuner nur für besondere Anlässe auf und nicht für jeden Tag.

Die besten Alternativen zum Selbstbräuner

Trotz allem gibt es Möglichkeiten nicht ganz auf den guten alten Selbstbräuner zu verzichten. Selbstbräuner mit sofortigem Effekt und übertragungsresistente Farben, die man sofort danach abwaschen kann. Und das alles ohne DHA oder Erythrulose. Ein kleiner Bonus dabei ist: du riechst nicht nach Selbstbräuner!:)

Vita Liberata Body Blur Sofortiges HD-Hautfinish

Eine lichtreflektierende BB-Creme für Gesicht und Körper. Es ist in drei Farbtönen erhältlich: Hell, Mittel und Dunkel, mit kaum vorhandenem Schimmer, der hilft, Unvollkommenheiten zu „verwischen“. 

Sol de Janeiro Glowmotions Glow oil

Ein wasserabweisender, getönter Luminizer für Gesicht und Körper. Die Textur ist ölig; es gibt fünf Farbtöne, von denen zwei einen bronzefarbenen Farbton haben. Du kannst es direkt auf deinen Körper auftragen, für das Gesicht solltest du es lieber mit einer Foundation vermischen bevor du es aufträgst. 

Sally Hansen Airbrush Legs Bein Make-up

Ein wasserbeständiges und transferbeständiges, getöntes Spray für die Beine. Dieser ist in beeindruckenden sechs Farbtönen erhältlich, für jeden Hautton von hell bis dunkel. Es kann öfters zu Schmierflecken kommen, welches aber nicht so auffällig ist. 

Sally Hansen Airbrush Legs Lotion Bein Make-up

Eine wasserbeständige und transferbeständige getönte Lotion, die eigentlich für die Beine gedacht ist, du sie aber theoretisch überall auftragen kannst. Es ist in fünf Farbtönen erhältlich, ohne erkennbaren Schimmer. 

Fazit

Selbstbräuner sind leider nicht so sicher, wie man es uns glauben lassen hat. Es kann schon sein, dass sie besser sind als ungeschützte Sonneneinstrahlung, trotz allem können sie durch freie Radikale Zellschäden verursachen. Das sollte zumindest die regelmäßige Verwendung von Selbstbräunern etwas einschränken. Und wenn du dir Sorgen machen, und deine Haut vor vorzeitiger Hautalterung schützen möchtest, lohnt es sich, auf einen abwaschbaren Bronzer umzusteigen. Es gibt jetzt so viele großartige Optionen, mit denen du einen natürlich sonnenverwöhnten Look erhalten kannst – ohne die lästigen Nebenwirkungen!

Verwendest du Selbstbräuner? Oder bist du auch schon auf Alternativen umgestiegen? Wir freuen uns auf deine Antwort in den Kommentaren!

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Sophie Kulinski

Sophie Kulinski ist medizinische Kosmetologin und leitet seit 2006 ihr eigenes Kosmetikstudio in Bochum. Ihr Spezialgebiet ist die Korneotherapie, die Kosmetik und Dermatologie auf wissenschaftlicher Grundlage miteinander verbindet. Sophie ist seit Beginn ein fester Bestandteil von Beautyself und bereichert das Team mit ihrem fachspezifischen Wissen.

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